Appell an die Bundesregierung und den Bundestag

Atomare Abrüstung darf kein leeres Versprechen bleiben!

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RÜCKMELDEFRIST: 27. Juli

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine atomwaffenfreie Welt,

in den letzten Monaten haben indirekte Drohungen mit Atomwaffen und das Risiko einer weiteren Verbreitung dieser Waffen immer wieder für Entsetzen gesorgt. Das zeigt, wie wichtig es ist, der Gefahr entgegenzutreten, die von Atomwaffen ausgeht!

Vor dreißig Jahren – am 8. Juli 1996 – hat der Internationale Gerichtshof (IGH) dazu ein wegweisendes Gutachten erstellt. Seine Kernaussage: die Drohung mit und der Einsatz von Atomwaffen verstoßen grundsätzlich gegen die Regeln des humanitären Völkerrechts. Zudem besteht die völkerrechtliche Verpflichtung zu vollständiger nuklearer Abrüstung.

Das „Aktionsbündnis atomwaffenfrei.jetzt“ hat zum 8. Juli mit einem Offenen Brief (siehe unten) an die Bundesregierung an dieses wegweisende Gutachten erinnert und deutlich gemacht, wie aktuell seine Aussagen sind. 55 prominente Erstunterzeichnende aus Politik und Wissenschaft, Kultur und Wirtschaft tragen dieses Anliegen mit. Am selben Tag haben sich Hunderte Städte am mittlerweile 15. bundesweiten Mayors for Peace Flaggentag beteiligt, unterstützt von lokalen Friedensinitiativen. In Erinnerung an dieses wegweisende Gutachten.

Wir verstärken die Aussagen des Offenen Briefes zum Gutachten mit einer Anzeigenkampagne und unterstreichen den Auftrag für die deutsche Politik, sich für nukleare Abrüstung, Rüstungskontrolle und Völkerrecht einzusetzen. Gleichzeitig werben wir für Aktionen anlässlich der Gedenktage zu den Atombombenabwürfen auf Hiroshima/Nagasaki und der Nuclearban Rennraddemo Berlin-Brandenburg.

Um den 6. August schalten wir eine ganzseitige Anzeige im Berliner Tagesspiegel sowie eine Anzeige in der taz, evtl. weitere Printanzeigen. Ergänzend bedienen wir den Tagesspiegel und die taz digital. Mit einer Reichweite von mehreren Hunderttausend Menschen.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung!

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Richtwert für Einzelpersonen: 20 Euro, für Organisationen: 50 Euro.

Bankverbindung: Friedenswerkstatt Mutlangen, DE60 6145 0050 0800 2684 99, Kreissparkasse Ostalb, OASPDE6AXXX, Verwendungszweck: Zeitungsanzeigen 6.8.26

Besten Dank und friedliche Grüße

Roland Blach

Friedenswerkstatt Mutlangen, Forststr. 3, 73557 Mutlangen, roland.blach@pressehuette.de

Eine Aktion der Friedenswerkstatt Mutlangen e.V. und des Aktionsbündnis „atomwaffenfrei.jetzt“ in Kooperation mit ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons) Deutschland e.V.; Deutsche Sektion der Internationalen Ärztinnen für die Verhütung des Atomkrieges/Ärztinnen in sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW) und Ohne Rüstung Leben e.V.

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30. Jahrestag des IGH-Gutachtens zur Völkerrechtswidrigkeit von Atomwaffen

Appell an die Bundesregierung und den Bundestag: Atomare Abrüstung darf kein leeres Versprechen bleiben!

Vor genau dreißig Jahren – am 8. Juli 1996 – hat der Internationale Gerichtshof (IGH) ein wegweisendes Gutachten erstellt. Seine Kernaussage: die Drohung mit und der Einsatz von Atomwaffen verstoßen grundsätzlich gegen die Regeln des humanitären Völkerrechts.

„Ihre Vernichtungskraft kann weder in Raum noch Zeit eingedämmt werden. Sie können die gesamte Zivilisation und das gesamte Ökosystem des Planeten zerstören. […] Weiterhin würde die Anwendung von Atomwaffen eine ernste Gefahr für künftige Generationen sein.“ (Ziffer 35)

Damit erinnert uns das IGH-Gutachten daran, was Atomwaffen sind: Massenvernichtungswaffen, deren Zweck es ist, Millionen von Menschen innerhalb kürzester Zeit zu töten. Sie bedrohen uns alle. Täglich.

Diese Feststellung ist bedrückend aktuell. Spannungen und Kriege mit Beteiligung atomar bewaffneter Staaten und die Missachtung des Völkerrechts machen einen Atomkrieg so wahrscheinlich wie kaum jemals zuvor. Hinzu kommen Milliardeninvestitionen in neue Atomwaffen und die fortschreitende Erosion von Rüstungskontrolle.

Wir erinnern an das wegweisende Gutachten des IGH und appellieren an alle Menschen, für eine internationale Ordnung einzutreten, in der Menschenrechte und Völkerrecht der Maßstab politischen Handelns sind. Die Erkenntnisse über die katastrophalen humanitären Konsequenzen von Atomwaffen müssen Grundlage politischen Handelns werden. Dazu gehört, das nukleare Tabu zu bekräftigen, allen Atomwaffenkooperationen in Europa eine klare Absage zu erteilen und stattdessen den Vertrag zur Nichtverbreitung von Atomwaffen (NVV) zu stärken.

Im Einklang mit dem IGH-Gutachten und der Abrüstungsverpflichtung aus Artikel 6 NVV fordern wir neue politische Initiativen für Rüstungskontroll- und Abrüstungsverhandlungen. Der IGH hat eindeutig festgestellt:

„Es besteht die Verpflichtung, in gutem Glauben Verhandlungen zu führen und zum Abschluss zu bringen, die zur vollständigen nuklearen Abrüstung unter strenger und wirksamer internationaler Kontrolle führen!“ (Ziffer 105 F)

Ein zentrales Instrument dafür ist der UN-Atomwaffenverbotsvertrag (AVV), der einen realistischen Weg zur umfassenden Ächtung und vollständigen Abschaffung aller Atomwaffen aufzeigt. 99 Staaten sind diesem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag bereits beigetreten oder haben unterschrieben. Darunter sind Südafrika, Brasilien, Indonesien und Neuseeland, aber auch europäische Staaten wie Österreich und Irland. 

Seit 30 Jahren ist endgültig klar: Atomwaffen verstoßen gegen Völkerrecht und Menschenrechte. Darin sehen wir einen politischen Auftrag für die deutsche Bundesregierung und den Bundestag: Setzen Sie sich entschieden für nukleare Rüstungskontrolle und die Stärkung des Völkerrechts ein. Unterstützen Sie die Ziele des AVV und bereiten Sie den deutschen Beitritt vor. Das Versprechen, Atomwaffen weltweit zu ächten und abzuschaffen, muss eingelöst werden!

Erstunterzeichnende

  1. Lothar Binding, Bundesvorsitzender AG SPD 60 plus
  2. Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, Hamburg
  3. Prof. Dr. Karl Hans Bläsius, Informatiker
  4. Dr. med. Inga Blum, Co-Vorsitzende der Internationalen Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)
  5. Stefan Bone, Dirigent
  6. Prof. i. R. Dr. Peter Brandt, Historiker und Publizist
  7. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)
  8. Prof. Dr. Christoph Butterwegge, Politikwissenschaftler
  9. Prof. Dr. Ulrich Duchrow, Universität Heidelberg und Kairos Europa
  10. Dr. Hans-Georg Ehrhart, Friedens- und Konfliktforscher, Bonn
  11. Gernot Erler, Staatsminister a.D.
  12. Corazon Valdez Fabros, Co-Präsident des International Peace Bureau
  13. Axel Fersen, Erhard Eppler-Kreis
  14. Dr. Ute Finckh-Krämer, ehem. Mitglied des Bundestages
  15. Dr. Rainer Funk, Nachlassverwalter von Erich Fromm
  16. Cay Gabbe, Ministerialrat a.D.
  17. Joseph Gerson, Co-Präsident des International Peace Bureau
  18. Arno Gottschalk, Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft
  19. Jürgen Grässlin, Buchautor
  20. Christoph Habermann, Staatssekretär a.D.
  21. Cornelia Hölzl, Geschäftsführende Gesellschafterin Murrplastik Medizintechnik GmbH 
  22. Prof. Dr. Hartwig Hummel, Düsseldorf
  23. Otto Jäckel, Rechtsanwalt, Mitglied im Board der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA)
  24. Kati Juva, Co-Vorsitzende der Internationalen Ärzt*innen zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW)
  25. Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR), Berlin
  26. Dr. Margot Käßmann, Theologin
  27. Dr. Bruno Kern, Theologe, Mainz
  28. Beate Kimmel, Oberbürgermeisterin
  29. Gabriele Koenigs, Künstlerin
  30. Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der EKD
  31. Markus Kropfreiter, Ortsbürgermeister von Lingenfeld
  32. Prof. Dr. Gregor Lang-Wojtasik, Hochschullehrer
  33. Dr. Wolfgang Lieb, Staatssekretär a.D.
  34. Brigitte Lösch, stellvertretende Landtagspräsidentin a.D. Baden-Württemberg
  35. Till und Felix Neumann, Band Zweierpasch (Freiburg & Strasbourg)
  36. Kenichi Ohkubo, Präsident der Japan Association of Lawyers Against Nuclear Arms (JALANA)
  37. Prof. em. Dr. Gottfried Orth, Seminar für Evangelische Theologie und Religionspädagogik an der TU Braunschweig
  38. Dr. Daniel Rietiker, Co-Präsident der International Association of Lawyers against Nuclear Arms (IALANA)
  39. Dr. Björn Rodday, Künstler und Kulturmanager
  40. Prof. Dr. Werner Ruf, Politikwissenschaftler, Prof. für internationale Beziehungen i.R.
  41. Herbert Sahlmann, ehem. Geschäftsführer des Deutschen Entwicklungsdienstes
  42. Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Universität Hamburg
  43. Kai Schumann, Film- und Theaterschauspieler
  44. Joachim Schuster, ehem. Mitglied des Europäischen Parlaments
  45. Dr. Christine Schweitzer, Friedensforscherin
  46. PD Dr. Stefan Silber, Theologe, Universität des Saarlands
  47. Ulrich Staudenmaier, staatl. gepr. Musiklehrer, Geschäftsführer und Akademieleiter
  48. Jan Trost, Bürgermeister von Marbach (Neckar)
  49. Nicole Unterseh, Bürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Mitglied im Rat der Stadt Bonn für Bündnis 90/Die Grünen
  50. Phon van den Biesen, Co-Präsident der IALANA, Anwalt i.R., Co-Agent der Republik Marshallinseln vor dem IGH in ihrem Verfahren gegen die Atomwaffenstaaten
  51. Dr. Gregor Walter-Drop, Friedensforscher
  52. Michaela Wiezorek, Bürgermeisterin von Königs Wusterhausen
  53. Sabine Willmann, Regisseurin, Autorin, Dokumentarfilmemacherin
  54. Prof. Dr. Markus Wissen, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  55. Andreas Zumach, Journalist und Buchautor, Berlin
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